Alles fing am Donnerstag an, beim Qualifier. Auch wenn ich meine Heim-SPMT mit 100%tiger Sicherheit spielen würde, wollte ich die Gelegenheit nutzen, das ganze für ein kleineres Buy-in zu versuchen. Dieses Tourney begann jedoch nicht nach Wunsch. Nach dem ersten Level hatte ich meinen Stack halbiert, 2 Mal gegen improved draws Chips liegen lassen. Dann jedoch kamen meine 30 Minuten. In diesen konnte ich mich von 5k (10k Startstack) auf über 24k hocharbeiten, indem ich vom selben Spieler 3 Bluffs aufdecken konnte. Jetzt hatte ich auch Chips für ein aggressiveres Spiel, öffnete viele Pots, häufte Chips an, auch indem ich Shortstacks aus dem Tourney beförderte. Als ich am Button mit 34k die Aces gedielt bekam, ereignete sich mein Ticket-Pot. Alle foldeten bis zu mir am Button, ich opene standard mit einem Minraise, worauf der BB AI shippte. Nach meinem Snapcall das böse Erwachen… Sein AK war krasser Aussenseiter gegen meine Rockets, die auch hielten und mich über 70k in Chips aufstapeln liessen! Danach war es ein Leichtes das Ticket heimzufahren. Ich liess mich aus grossen Metzeleien raus, griff die Blinds von mittleren Stacks an, welche ordnungsgemäss auch foldeten. Um 1 Uhr hatte ich das Ticket, ohne einen Flip eingegangen zu sein… Schöööööön!
Der Samstag… Die gesamte Crew hatte sich entschlossen, den Tag 1b als starting Day zu nutzen. Viele bekannte Gesichter waren anwesend… Viel Prominenz machte sich auch auf nach Arbon. Neben Stefan Huber, Vito Branciforte waren auch bekannte Gesichter wie Ivo „chessmaster“ Donev, Martin Bertschi, Ralph Kallmann sowie viele Andere anwesend, welche ein starkes Feld abrundete.
Die Spiele konnten beginnen!
Ich bekam einen Tisch in der unteren Etage zugelost. Es lief gut. Ich erhielt gute Karten zugedealt, mit denen ich mein Spiel spielen und viele kleinere Pots einsammeln konnte. Nach 3 Levels konnte ich 25k mein Eigen nennen. Als unser Tisch aufgelöst wurde, durfte ich mich an Tisch zu Ralph Kallmann gesellen. Kaum hingesetzt openraised einer bei Blinds von 75/150 aus mittlerer Position auf 1k Chips und erhielt 3 Caller. Wow, was war denn das? An diesem Tisch wurde geballert wie im wilden Westen. Openraises auf 1.2k waren absolut Standard, welche dann von mindestens 3 Spielern gecallt wurden. Nicht gerade mein Spiel… 3Bets fast unmöglich, CBets jenseits von Gut und Böse… Ich hielt mich aus allem raus und wartete darauf, bis dieser Tisch aufgelöst wurde, was nach 4 Leveln auch endlich Tatsache wurde. Mein Stack war liess ich auf 22k schrumpfen, was noch immer über AV lag. Am neuen Tisch wurde wieder Poker gespielt und ich konnte mich auf über 33k bei AV von 19k arbeiten. Es lief wirklich gut, bis ich eine Hand ziemlich missplayte.
Im SB erhielt ich T9’s in hearts gedealt und entschloss mich bei Blinds von 300/600 nach 2 Limper mitzugehen. Der BB checkte und wir sahen einen Kh Jc 3h Flop, der mir einen Gutshot und Flushdraw bescherte. Da Stefan Hächler im Pot war, welcher gerne QT spielt entschied ich mich zu checken um die Action abzuwarten. Ich wollte OOP nicht den Pot unnötig gross machen um meinen Draw nicht zu gefährden. Der BB spielte 600 in den 2.4k Pot, worauf der erste Limper foldete und Stefan Hächler callte. Nach meinem Call sahen wir die 7 in Spades, was mir einen 2ten Gutshot zur Strasse brachte. Nun spielte ich den Pot mit 2.6k von vorne an. Mein Draw schien mir sehr stark, im Gegensatz zur deren meiner Gegner. Ich hatte den Plan, am River zu bluffen, falls ich gecallt und am River mein Draw nicht ankommen sollte. Der BB bestätigte meine Vermutung nicht stark zu sein. Er foldete insta, worauf aber der 2te Limper auf 5.8k raiste. Nun begann ich zu überlegen… „Blufft er mich? Will er meinen „Bluff„ aufdecken? Womit limpt er preflop, callt die Bet am Flop und raised meine Bet am Turn? Seine Line ergab für mich nicht wirklich einen Sinn. Kings schloss ich aus, genauso wie Jacks… die hätte er Preflop geraist, auch AK und KJ hätte er geraist. Mit einem Set 3er hätte er angesichts der verschiedenen Draws am Flop geraist. Ich entschloss mich zum Äussersten zu gehen. Ich war davon überzeugt, er spiele entweder einen schwachen King, vielleicht auch was wie JT oder er war davon überzeugt, ich bluffe… Auf jeden Fall keine Hand mit welcher er mein „ALL IN!“ callen würde, da er noch knapp einen AV Stack behind hatte. Er haderte und überlegte, aber nach ca. 20 Sekunden entschloss er sich zu einem call und drehte ein Paar 7ner um. Wow… ein geturntes Set! Was für ein Cooler, denn der River brachte keine Hilfe und ich war auf 5k und knapp 8 BB’s short. NH sir….
Eine Hand später opened ein Spieler aus MP auf 2.2k, ich finde QQ am Button, shove, er callt mit JJ und verdoppelt mich auf 10k… Obwohl noch geknickt vom grossen Potverlust, bekam ich damit mehr Luft zum atmen. Damit kann man noch zurückkommen!
Ich tümpelte knapp 2h zwischen 7k und 13k hin und her… Blinds abgeben, Blinds einsammeln. Dann wurde ich wieder umgesetzt… Zum Glück. Ich durfte meinen Allerwertesten zu Stefan Huber, Joe Fuchshofer und Werner Sutter platzieren. An diesem Tisch lief ständig Action, genau das richtige für mich. Entweder ich komme wieder aus dem Loch, oder ich kann die Heimreise antreten, aber mit Sicherheit kein herumdümpeln mehr! So kam es, das Joe UTG auf 3k raiste, alle folden bis zu meinem Button, ich 66 finde und die Möglichkeit ergreife AI zu gehen mit meinen 11k. Die Blinds folden, Joe überlegt und callt schliesslich mit KQ… Cmon, HOOOOOLDEM!!! Der Flop war hässlich… Mit AT3 bekam Joe noch einen Gutshot… Please, hoooold! Das A am Turn zusätzlich noch die T die gegen mich sprach…. One more time please hooooold! Die 9 am River und durchatmen… Thx dealer!
Eine halbe Orbit später durfte ich in AA blicken. Gut, UTG ist nicht das gelbe vom Ei, aber mit der Nuts bei blinds von 600/1.2k auf 3k zu openen beruhigt ziemlich. Unterdessen wurde Stefan Huber von unserem an einen anderen Tisch gesetzt, was Joe Fuchshofer sichtlich gefiel. Er feuerte eine 3Bet auf 8k, alle folden bis zu mir und ich beginne meine Chips zu zählen. Ich habe noch 21k vor mir stehen und überlege, wie ich diese in den Pot kriege… Ich nehme mir lange zeit… und annonciere mein AI. Joe überlegt und foldet. Auch gut!
Eine Hand später limpen sowohl Mr. 33333 Lopez als auch Joe und der SB in meinen BB. Ich finde 83 in Herz und checke. Der Flop wird umgedreht… 3c3s3d — Quads!!! Im Pot liegen etwas über 4k und ich überlege hinein zu donken. Jedoch was callt meine Bet? Da Joe ziemlich aktiv am Tisch war, checkte ich um eine Bet von Joe zu erhalten. Ohne Facecard am Turn oder River wird’s schwierig noch ein Paar weitere Chips in den Pot zu kriegen, ohne das Jemand einen Bluff versucht. Wie vermutet setzt Joe 2.5k an, die von Lopez (obv. bei 3 3en) und mir gecallt werden. Der Turn brachte eine 6 und ich entschloss mich eine Donkbet von 4k abzusetzen. Damit wollte ich von meiner 3 ablenken und vielleicht einen Bluff zu provozieren, was mir jedoch nicht gelang…
So kam es, dass ich als einziger der Holdem-Crew den Tag mit einem AV-Stack von 54k beendete, was mir gleich 2 Sidebets, ein paar Havannas (für ein „leichtes“ Säuseln reichten die allemal) und eine eher kurze Nacht einbrachte. Vielen Dank Alex für deine Gastfreundschaft…
Day 2
Der Sonntag brach an und ich machte mich auf den Weg von SG nach Arbon. Ich nahm mir vor, meinen Stack nicht wieder wie in Aarau mit einem Pocket 2er nach einer Orbit zu verdonken, jedoch das eine oder andere Mal mit 3Bets meinen Stack aufzubauen. Kleine Geldränge interessierten mich nicht… Ich wollte an den Final Table!
Der Tag begann gut… ziemlich zu beginn des Tages erhielt ich Besuch von zwei süssen rothaarigen Ladies am Button. Der CO öffnete den Pot auf 5.4k, worauf ich mit einer ersten 3Bet auf 12k antwortete. Der SB foldete und der BB begann zu überlegen… nach kurzer Zeit annoncierte dieser ein AI… der CO foldete. Kein Grund für mich zu folden, da ich noch 18k nachzubezahlen hatte. Im Showdown zeigte der BB AK’o… HOOOOOOLDEM!!!!
Eine süsse Schwarzhaarige Queen besiegelten BB’s Schicksal und für mich viel Spass mit einem flotten 3er, welcher meinen Stack auf 93k aufschwellen liess.
Danach lief nicht viel bei mir. Ich hatte keine guten Karten mehr, die Spots schienen an mir vorbei zu gehen. Zeit für einen Trick – Einen Havanna Cola bitte!!!
Dank Don „no-fear“ Mürmel wusste ich was zu tun ist… Arschbacken zusammen kneifen und wenn’s sein muss, mit dem Mürmel durch die Wand. AV war mittlerweile auf über 110k angewachsen und mein Stack auf ca. 70k geschrumpft. Ich wurde aggressiver und nach ein Paar 3Bets gegen Andi Imhof, einen Pot mit 99 vs. A3 und ein paar Battles mit Stefan Meier und Daniel Guntli konnte ich, dank den hohen Blinds, 220k vor mir stapeln.
Bei noch 11 verbleibenden Spieler (FT Bubble) machte ich den nächsten groben Fehler. Im BB (8k/16k) sass Renato Maciarello als Shortstack mit ca. 90k. Ich erhielt am Button AQ’o zugedealt. Ein klarer Angriff auf den Shorty war angesagt. Jedoch wollte ich ein Gemetzel mit Stefan Meier im SB vermeiden. Er hatte super-aggressiv gespielt und sich den Respekt am ganzen Tisch mehr als nur verdient. Ich raiste auf 42k…. Genau was ich vermeiden wollte trat ein. Stefan ging mit 222k AI, worauf Renato foldete und ich eine Entscheidung treffen musste. Ich wusste dass Stefan dazu in der Lage ist, any two AI zu schieben, also eigentlich keinen Grund zum Folden für mich… ODER? Doch, es gibt einen…. MUFFENSAUSEN! Ich foldete diese Hand, im Wissen das es vermutlich (eher mit Sicherheit) ein Fehler war. Ich war von mir angepisst, die Hand nicht selber zu shippen und Ihm überhaupt die Möglichkeit zu geben, mich auszukontern. Er kann in dieser Situation mit vielen Händen profitabel pushen (66+, AT+, QJ’s, KQ), da ich danach nur mit wenigen Hände callen werde…
Auch wenn die Bubble kurz darauf platzte, gab mir diese Hand doch einen kleinen Knick. Um ehrlich zu sein, sie liess mich bis zum Montag nicht in Ruhe… Ich habe sie mindestens 160k mal (mein Stack für den Final) durchgespielt. Ich muss sagen, ich war absolut unglücklich damit, wie ich sie gespielt habe, glücklich jedoch darüber dieses gefoldet zu haben. Auch wenn ich short war, sass ich am Final, an dem die Karten neu gemischt wurden und ich die Chance erhielt, meinen Fehler wieder gut zu machen, denselben nicht zu wiederholen.